Die Pensimo Gruppe als Gemeinschaftswerk von und für Pensionskassen

2017 feiert die Pensimo Gruppe ihr 75-jähriges Bestehen. Vor diesem Hintergrund möchten wir in einem Prozess mit internen und externen Beteiligten herausfinden, was unsere Organisation als Gemeinschaftswerk ausmacht. Am 5. Oktober 2017 fand dazu eine Konferenz für unsere Anleger, Gremienmitglieder, Freunde und Mitarbeitende statt.

«Zukunft braucht Herkunft.» Der kurze Satz des Philosophen Odo Marquard, den Professor Simon Grand zitierte, fasst die Essenz der Konferenz zum Pensimo-Jubiläum in drei Worten zusammen. Über hundert Gäste hatten sich am 5. Oktober 2017 im Festsaal des «Kaufleuten» zusammengefunden, um nicht nur das 75-Jahr-Jubiläum der Pensimo zu feiern, sondern auch um kurz zurückzublicken auf die Herkunft und dann vor allem einen Ausblick in die Zukunft zu wagen, die auf der Geschichte basiert. «Wir wollen herausfinden, was wir heute tun müssen, um auch in Zukunft den Gemeinschaftscharakter und die Veränderungsfähigkeit der Organisation sicherzustellen», sagte Verwaltungsratspräsident Richard Hunziker in seinem Abschlussreferat. 

Auf die Anfänge der Pensimo mitten im Zweiten Weltkrieg blickte Richard Hunziker in seiner Eröffnungsansprache zurück. Ein «Immobilienhütedienst» sei das damals in Heerbrugg gewesen. «Heute nennt man diese Tätigkeit Real Estate Investment Management – es ist indes genau das Gleiche wie damals.» Als «DNA der Pensimo» identifizierte er die Frage «Was bringt es unseren Anlegern?»: Das Ziel seien «nicht Gewinne, sondern tiefe Kosten für qualitativ überdurchschnittliche Dienstleistungen für die Anlagestiftungen, die sie führt». Obwohl die Pensimo «heute in einer beneidenswert guten Verfassung» sei, müsse man sich auch «Gedanken über Wachstum und Grösse» machen, mahnte Richard Hunziker. 

Markus Notter, Präsident von Turidomus und ehemaliger Zürcher Regierungsrat, sprach als erster Gastredner über Solidarität, die als Geschäftsmodell der Pensimo zu einem besseren Ergebnis in der gemeinschaftlichen Zielverfolgung führe: «Es geht nicht um Wohlwollen, sondern um Besserkönnen.» Professor Matthieu Leimgruber von der Universität Zürich ordnete als Historiker die Geschichte der Pensimo ein in die Entwicklung der Wirtschaft und der Sozialwerke in der Schweiz, während der Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann, Professor an den Universitäten Zürich und Basel, vor den Risiken der totalen Transparenz warnte: «Etwas im Ungefähren zu bleiben ist manchmal besser, als sich exakt auf etwas festzulegen, das man nicht halten kann, wenn sich die Situation ändert.» Über Steuerungsinstrumente sprach Franco Taisch, Professor an der Universität Luzern und Unternehmer. Er betonte, wie wichtig eine «identitätsbasierte Steuerung» sei, bei der Pensimo also ein kooperatives Steuern, ein «zirkulärer Steuerungsprozess statt ein linearer». In acht Punkten, die als Handlungsrezepte verstanden werden können, skizzierte Simon Grand, Professor an der Universität St. Gallen und Pensimo-Verwaltungsrat, den Weg, wie man gemeinsam Zukunft gestalten kann. In einer vom Publizisten und Wirtschaftskonsulenten Medard Meier moderierten Podiumsdiskussion kamen auch die beiden grössten Anleger zu Wort. Françoise Bruderer von der Pensionskasse Post plädierte dafür, die Qualität der Anlagen nicht der Rendite zu opfern. Und Andi Hoppler von der Pensionskasse Stadt Zürich wünschte sich, dass weiterhin Neues aufgenommen wird wie etwa neue Wohnformen oder die Digitalisierung von Liegenschaften.

Die Konferenz zum Jubiläum habe «wertvolle Hinweise geliefert, welche Massnahmen und Entscheidungen notwendig sind, um die gesteckten Ziele zu erreichen», sagte Verwaltungsratspräsident Hunziker in seinem Schlussreferat. In diesem nahm er zudem Abschied vom bisher in der Pensimo Gruppe oft verwendeten Begriff «Selbsthilfe» – in Zukunft soll von einem Gemeinschaftswerk gesprochen werden; dieses sei «auch inhaltlich
etwas anderes als eine Selbsthilfeorganisation».

Text: Hanspeter Eggenberger, Zürich 

Die Erkenntnisse aus der Konferenz und die Überlegungen zu weiteren Themen und Projekten, die aus dem Jubiläumsprojekt hervorgehen, werden im Band II unserer Jubiläumspublikation verarbeitet. «75 Jahre Pensimo Band I» ist bereits erschienen und kann bei Interesse über kontakt@pensimo.ch bestellt werden.