Nachhaltigkeit bei Swissinvest — ein neues Update gibt Auskunft
Vier von fünf Sternen im GRESB-Rating, rund 73 Prozent als bezahlbar eingestufte Wohnungen und konkrete Massnahmen für einen klimaverträglichen Gebäudebestand: Ein neues Nachhaltigkeitsupdate 2025/26 zeigt, wo der Swissinvest Real Estate Fund steht und welche Schritte als Nächstes anstehen.
Text: Pensimo

Bild: Kloten, Obstgartenstrasse 10/12 (Osterhage Riesen Architekten)
Swissinvest verbindet die Weiterentwicklung seines Immobilienportfolios mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielen. Im Mittelpunkt stehen die Reduktion der betrieblichen Treibhausgasemissionen, ein ressourcenschonender Umgang mit bestehenden Gebäuden und die Wohnqualität. Externe Benchmarks helfen, die Ergebnisse einzuordnen und weiteren Handlungsbedarf zu erkennen.
Vier Sterne im GRESB-Rating
Bei seiner zweiten Teilnahme am Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB) erreicht Swissinvest 87.5 von 100 Punkten und damit vier von fünf Sternen. Für die Bewertung wurden unter anderem das Nachhaltigkeitsmanagement und die systematische Erfassung relevanter Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen berücksichtigt. Seit der ersten Teilnahme hat der Fonds Massnahmen beim Mieterengagement, im Risikomanagement und bei der Gebäudezertifizierung umgesetzt.
Der Fonds nimmt jährlich am CO2-Benchmark der Real Estate Investment Data Association (REIDA) teil. Der Ausbau erneuerbarer Energieträger wurde im Berichtsjahr weiter vorangetrieben, wodurch der Anteil fossiler Heizsysteme schrittweise reduziert wird. Im Jahr 2025 stiegen die Emissionen zuletzt allerdings leicht von 15.3 auf 16.0 Kilogramm CO₂-Äquivalente pro Quadratmeter. Gründe dafür sind die erstmalige Berücksichtigung einer Ende 2023 erworbenen, noch fossil beheizten Liegenschaft sowie ein leicht höherer Energieverbrauch im Bestandsportfolio.
Erstmals nahm Swissinvest auch am «SOSDA Social Sustainability Data»-Benchmark teil. Nach dessen Kriterien gelten rund 73 Prozent der Wohnungen im Portfolio als bezahlbar. 56 Prozent sind als optimal belegt eingestuft; bei Neubauten beträgt dieser Anteil 75 Prozent. Die Ergebnisse schaffen eine Datengrundlage, um soziale Nachhaltigkeitsaspekte gezielter zu verfolgen.
Dekarbonisierung des Portfolios
Swissinvest will die betrieblichen Treibhausgasemissionen bis spätestens 2050 auf Netto-Null senken. Die aktuelle Planung sieht vor, sämtliche Öl- und Gasheizungen bis 2040 schrittweise durch Fernwärme oder Wärmepumpen zu ersetzen. Energetische Sanierungen werden stärker nach ihrer Wirkung auf die CO₂-Emissionen priorisiert. Das Zwischenziel, den betrieblichen CO₂-Ausstoss gegenüber 2021 bis 2027 um 20 Prozent zu reduzieren, wurde laut Nachhaltigkeitsupdate bereits erreicht.
Parallel treibt Swissinvest die Solarstromproduktion voran. Nachdem das Photovoltaikpotenzial des gesamten Portfolios 2024 erfasst worden war, werden Planung und Realisierung der Anlagen seit 2025 gebündelt durchgeführt.
Bestehende Bauten als Ressource nutzen
Die betrieblichen Treibhausgasemissionen machen lediglich rund ein Viertel der gesamten Portfolioemissionen aus. Swissinvest verfolgt deshalb auch das Ziel, die mit der Erstellung, Sanierung und Instandsetzung seiner Liegenschaften verbundenen Emissionen zu reduzieren. Wie sich graue Energie reduzieren lässt, zeigt die geplante Umnutzung der ehemaligen Rennbahnklinik in Muttenz zu einer Wohnimmobilie. Wesentliche Teile der Tragstruktur, das Treppenhaus, Teile der Fassade und das Untergeschoss bleiben erhalten. Das über einen Studienauftrag ausgewählte Projekt von Salathé Architekten ergänzt den Bestand mit einem Holzhybridbau zu einem Ensemble mit insgesamt 72 Wohnungen. Für die hofseitigen Balkone sollen zudem Stahlbauteile wiederverwendet werden.
Auch die Aussenräume sind Teil der Nachhaltigkeitsstrategie. An der Obstgartenstrasse in Kloten entstand im Zuge einer Sanierung und Erweiterung eine biodiversitätsfördernde Umgebung mit durchdachtem Wassermanagement. Ein dreijähriger Wissenstransfer zwischen Landschaftsarchitekt und Hauswart soll sicherstellen, dass die naturnahe Anlage langfristig fachgerecht gepflegt wird.
Wohnqualität systematisch weiterentwickeln
Die Mieterbefragung 2025 liefert Hinweise auf die Bedürfnisse der Mietenden: 72 Prozent sind mit ihrem Mietverhältnis sehr zufrieden, 86 Prozent würden ihren Mietvertrag verlängern. Bei Nachhaltigkeitsthemen messen die Befragten naturnahen Grünflächen, Solarstrom und erneuerbaren Energien die höchste Bedeutung bei. Bei knapp 42 Prozent der Liegenschaften von Swissinvest werden im Rahmen der Betriebsoptimierung mit dem prädiktiven Heizsteuersystem ECCO2 kontinuierliche Temperaturmessungen in den Wohnungen getätigt. Eine detaillierte Analyse der Wohnungstemperaturen im Jahr 2026 soll die Grundlage für gezielte Verbesserung des Raumkomforts bilden.
Nächste Strategieperiode im Blick
Mit der Überarbeitung von Prospekt und Fondsvertrag 2026 wurden auch die Ansätze ESG-Integration und Klimaausrichtung in der nachhaltigen Anlagepolitik aktualisiert. Für die Strategieperiode 2027–2031 ist eine Konzentration auf wenige, noch stärker wirkungsorientierte Ziele vorgesehen. Dazu zählen neben der Dekarbonisierung die bessere Nutzung des selbst produzierten Solarstroms, kreislauffähiges Bauen, klimaangepasste Liegenschaften und eine sozialverträgliche Wohnraumversorgung.
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